Garmin HRM-Pro

Garmin Brustgurt: Welcher ist der richtige für mich?

Garmin bietet mittlerweile viele verschiedene Brustgurte an. Aber was kann wer? Und welcher passt zu dir?

Fünf. Ganze fünf verschiedene Brustgurte hat Garmin aktuell im Angebot. Da fragt man sich zwangsläufig, was die Unterschiede sind. Finden wir es heraus…

Vorab: Übertragungstechnik

Bevor wir loslegen, noch kurz ein Abstecher in die Welt der Übertragungstechnik. Bitte nicht einschlafen, aber dieser Teil ist wichtig. Wenn dir der Unterschied zwischen Ant+ und Bluetooth klar ist, kannst du das Kapitel auch überspringen.

Grundsätzlich kommen bei Sportgadgets und Zubehör 2 Technologien zum Einsatz: Ant+ und Bluetooth (Eigentlich Bluetooth low energy, aber das soll hier keinen Unterschied machen).

Ant+ ist die ältere Technologie auf dem Markt. Vorteil ist, dass ein Sensor (Zum Beispiel dein Brustgurt) seine Daten an mehrere Empfänger schicken kann. Dafür ist die Bandbreite für Daten überschaubar. Für Puls, Trittfrequenz und solche Sachen reicht das aber dicke.

Das war jahrelang auch absolut ausreichend. Trainiert wurde meistens mit der Uhr oder dem Fahrradcomputer und Zubehör. In letzter Zeit kamen aber viele neue Lösungen auf den Markt, die nicht mehr über eine eigene Hardware verfügen. Laufen wird jetzt per App über das Handy getrackt, Rad wird am Fernseher gefahren und auch sonst kommen jedes Jahr neue Spieler auf den Markt.
Also musste eine Lösung her. Klar, könnte man Apple und Co jetzt bitten doch einen Ant+-Empfänger in die Handys einzubauen, aber jedes Bauteil mehr kostet Geld, Platz und Strom. Außerdem haben eigentlich alle modernen Geräte einen Bluetooth-Empfänger eingebaut.

Daher die Idee für Bluetooth Low Energy. Hierbei wird dein normales Bluetooth-Gerät zu einem stromsparenden Empfänger für Sport-Accessoires. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Hardware ist sowieso eingebaut, Lizenzen sind bezahlt und der Hersteller hat keine weitere Aufwände. Außerdem ist die Bandbreite höher (Es können also mehr Daten pro Sekunde übertragen werden) und die Reichweite ist größer. Leider ist Bluetooth so designt, dass eine Verbindung zwischen 2 Geräten immer einen Kanal exklusiv belegt. Es können also nicht mehrere Geräte die Daten eines Sensors empfangen.

Aber was heißt das für dich?

Wenn du nur klassisch mit deiner Uhr oder deinem Fahrradcomputer trainierst und dort verschiedene Sensoren anbinden möchtest, dann kann es dir egal sein. Ant+ können alle aktuellen Brustgurte. Eher kommst du mit Gurten ohne Bluetooth günstiger weg.
Wenn du allerdings mit deinem Handy deinen Puls aufnehmen möchtest oder Lösungen wie Zwift nutzt, dann ist ein Gurt mit Bluetooth Pflicht.

Die einzelnen Gurte vorgestellt

HRM-Dual

Garmin HRM-Dual
Garmin HRM-Dual (© Garmin)

Der HRM-Dual ist von den Funktionen der Schwächste bei Garmin (Das Marketing nennt es vermutlich „Konzentriert sich auf die Kernfunktionen“). Es erfasst nur den Puls und sendet ihn an die Empfänger. Keine Datenspeicherung, keine Laufmetriken.
Dafür sendet der HRM-Dual sowohl per ANT+ als auch per Bluetooth. Wenn du also einen simplen Gurt ohne viel Schnick-Schnack brauchst, aber ANT+ UND Bluetooth benötigst, dann ist der HRM-Dual für dich richtig.

HRM-Run

Garmin HRM-Run
Garmin HRM-Run (© Garmin)

Wie der Name schon vermuten lässt, ist der HRM-Run für Läufer konzipiert. Neben der Herzfrequenzerfassung bietet er zusätzliche Metriken für Läufer an:

  • Schrittfrequenz: Also Schritte pro Minute
  • Vertikale Bewegung: Um wie viele cm bewegt sich dein Körper nach oben und unten
  • Bodenkontaktzeit: Zeit in Millisekunden, die du am Boden verbringst
  • Balance der Bodenkontaktzeit: Verhältnis der Bodenkontaktzeit des linken und rechten Fußes (Sollte 50:50 sein)
  • Schrittlänge: Länge deiner Schritte in Meter
  • Vertikales Verhältnis: Das Verhältnis der Schrittlänge zu vertikalen Bewegung

Übertragen kann der HRM-Run nur per ANT+. Du kannst also nur Uhren oder Fahrradcomputer benutzen.

HRM-Tri

Garmin HRM-Tri
Garmin HRM-Tri (© Garmin)

Der HRM-Tri ist DER Brustgurt für Triathleten. Er ermittelt die Laufmetriken (s. HRM-Run).
Außerdem speichert der Gurt deine Herzfrequenz für die gesamte Trainingseinheit. Das ist wichtig, wenn du schwimmen gehst. Ant+ und Bluetooth funktionieren im Wasser nicht wirklich. Daher ist das ein wichtiges Feature. Wenn du wieder an Land bist und die Einheit beendest, lädt deine Uhr die Puls-Daten vom Gurt herunter.
Wichtig: Der Gurt ist nicht geeignet für Pool- oder Schwimbadschwimmen. Zum einen hat der Gurt nicht genug Grip wenn du dich vom Beckenrand abstößt, zum anderen ist er gegen die Chemikalien im Wasser nicht geschützt. Hier empfiehlt sich der HRM-Swim.
Natürlich kannst du mit ihm in den Pool, aber es ist nicht optimal und sollte wenn nur gelegentlich gemacht werden.

HRM-Swim

Garmin HRM-Swim
Garmin HRM-Swim (© Garmin)

Wenn du ein Kachelzähler bist und öfter im Pool oder Schwimmbad unterwegs bist, dann solltest du den HRM-Swim wählen. Er speichert die Herzfrequenzdaten während der Trainingseinheit, da Ant+ und Bluetooth nicht im Wasser funktionieren. Wenn du die Einheit beendest, lädt deine Uhr die Daten vom Gurt runter.
Dafür ist der HRM-Swim gegen Chemikalien im Wasser geschützt. Außerdem sitzt er fester am Körper, damit er nicht verrutscht, wenn du dich vom Beckenrand abstößt.
Natürlich kannst du ihn auch beim Radfahren oder Laufen verwenden. Da er aber außerhalb des Wassers ziemlich unkomfortable ist, empfehle ich das nicht.

Da er nur für Schwimmen gemacht ist, unterstützt er natürlich keine Laufmetriken.

HRM-Pro

Garmin HRM-Pro
Garmin HRM-Pro (© Garmin)

Der HRM-Pro ist das aktuelle Spitzenmodell von Garmin. Er bietet alle Funktionen der anderen Gurte in einem Gerät an (Außer die Rutschfestigkeit und Chemikalienbeständigkeit des HRM-Swims). Das heißt, er bietet die Laufmetriken an, speichert Herzfreqzenzdaten lokal und kann mit Ant+ und Bluetooth senden.
Zusätzlich speichert er einige Activity-Tracker-Daten (Intensitätsminuten, Schritte, Kalorien und Puls) lokal, so dass du nicht immer eine Uhr tragen musst.

Ich hoffe, ich konnte dir hier in der Welt der Garmin Brustgurte weiterhelfen. Lass‘ es mich in den Kommentaren wissen.

3 Gedanken zu „Garmin Brustgurt: Welcher ist der richtige für mich?“

  1. Hallo Andy, das heißt, dass der „Pro“ nicht für das „Kachelzählen“ geeignet ist, und andersrum ist der „Swin“ auf grund seiner schlechten Sitzkomfoprts nicht für das Wandern, Laufen und Radfahren
    geeignet?

    Viele freundliche Grüße

    Ralf

    1. Hallo Ralf,

      Es geht beides. Der Nicht-Swim hat weniger Halt im Wasser, wenn du dich vom Rand abstößt und die Chemikalien im Wasser können den Gurt schneller abnutzen.
      Der Swim haftet quasi mehr an dir (er ist auch breiter als die anderen Gurte) und ist resistenter gegen Chemikalien. Ich habe ihn beim Laufen nicht benutzt, er fühlt sich aber nicht so an als wäre es eine Komfortwunder.

      Ist schwer zu sagen. Wenn du beides machen willst, wären 2 Gurte das Optimum. Willst du weniger Geld ausgeben, würde ich wohl den Pro nehmen, ihn vielleicht etwas fester vor dem Schwimmen machen und auf jeden Fall nach jeder Pool-Runde ausgiebig säubern.

  2. Hallo, ja diese Frage stelle ich mir auch gerade. Ich habe ein LifeFitness RS3 Liegeergometer mit Track Connect Konsole. Sowohl der Original Brustgurt von LifeFitness als auch der Polar H10 funktionieren nur wenn ich die Rückenlehne ganz nach vorne mache und die Sitzposition ungemütlich nach vorne schiebe, so dass der Kniewinkel beim Treten falsch ist. Offensichtlich hat der Ant+ Empfänger eine zu weit entfernte Position oder ist zu schwach. Welcher Gurt hat eine höhere Reichweite?
    Gruß Frank

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